Jaroslava Perény neben ihrem gerahmten Klöppelbild eines Pferdes

Textilkünstlerin · Berlin

Klöppelspitze als Bildsprache

Jaroslava Perény (geb. 1940) ist eine in Böhmen geborene, in Berlin lebende Textilkünstlerin, die international für ihren innovativen Umgang mit der Klöppelspitze bekannt ist. Besondere Anerkennung findet ihre Fähigkeit, das traditionelle Klöppelhandwerk in ausdrucksstarke, figürliche Textilkunst zu verwandeln.

Ihr eigentliches Medium fand sie Ende der 1970er Jahre, als sie die Technik des Klöppelns meisterte. Sie löste sich von der herkömmlichen Zierspitze und begann, dicht gearbeitete, vielschichtige Klöppelbilder zu schaffen – Arbeiten, die nicht schmücken, sondern erzählen.

Werdegang

  • 1940 Geboren in Prasek bei Nový Bydžov im heutigen Tschechien.
  • 1950er–60er Ausbildung an der Industrieschule für Energie- und Lebensmitteltechnik in Nový Bydžov mit Schwerpunkt Glas, Keramik und Papier.
  • 1960er Arbeiten aus Ton, Papier und Maisstroh, dazu erste Batiken. Mitarbeit bei einem Kunstbuchbinder im slowakischen Žilina.
  • 1969 Übersiedlung nach Deutschland und Gründung des eigenen Ateliers in Berlin.
  • Ende 1970er Hinwendung zur Klöppelspitze und erste dicht gearbeitete Klöppelbilder.
  • Ab den 1980ern Rund 30 überwiegend Einzelausstellungen sowie Veröffentlichungen in Spitzen- und Textilzeitschriften.
  • Heute Eigene Klöppelbriefe und ein Online-Archiv für die weltweite Klöppelgemeinschaft.

Ihre künstlerische Handschrift

Gerahmtes Klöppelbild einer Frauengestalt auf schwarzem Grund

Figürliche Motive

Im Mittelpunkt ihrer Arbeiten steht immer wieder die menschliche Gestalt.

Gerahmtes Klöppelbild mit langen herabhängenden Fäden und Blüten

Ausdrucksstarke Anatomie

Ein unverwechselbares Merkmal sind die großen Hände und die sorgfältig komponierten Körperhaltungen, mit denen sie Stimmungen, Gefühlslagen und Geschichten erzählt.

Gerahmtes Klöppelbild eines Frauenprofils mit Goldfäden auf schwarzem Grund

Improvisation als Methode

Anfangs verzichtete sie auf Vorlagen und klöppelte direkt nach freien Skizzen. Später begann sie, eigene Klöppelbriefe zu zeichnen, um ihre Entwürfe weiterzugeben.

Aus einem Handwerk, das über Jahrhunderte Borten und Ränder hervorbrachte, wird bei Jaroslava Perény ein eigenständiges Bildmedium: Figuren aus Leinen- und Baumwollgarn, getragen von nichts als der Spannung tausender Fäden.

Ausstellungen und internationale Anerkennung

ca. 30

Ausstellungen

1969

Atelier in Berlin

45+

Jahre Klöppelkunst

In ihrer langen Laufbahn hat Jaroslava Perény an rund 30 Ausstellungen teilgenommen, überwiegend Einzelausstellungen. Ihre textilen Arbeiten – Klöppelbilder, Batiken und Teppiche – genießen internationales Ansehen; ihre Stücke fanden Sammlerinnen und Sammler bis nach Australien und Japan. Über Jahrzehnte hinweg veröffentlichte sie Klöppelbriefe und Beiträge in Spitzen- und Textilzeitschriften.